Venedig im Winter fühlt sich an, als würde die Stadt ein Geheimnis hüten. Über Weihnachten dort zu sein, war wie in ein anderes Kapitel dieser Welt einzutauchen – kälter, ruhiger, mystischer. Die Gassen waren leerer als sonst, die Luft klar und kühl, und die Lagune lag wie ein stilles Spiegelbild unter dem bleigrauen Himmel. Wir sind durch die engen Wege geschlendert, eingehüllt in Winterjacken, während der Nebel die Palazzi umrundete und das Wasser in den Kanälen nur leise vor sich hin plätscherte. Diese Stadt hat eine besondere Art der Schönheit, wenn sie nicht von Menschenmassen getragen wird, sondern einfach da ist – alt, stolz und ein wenig melancholisch. Weihnachten in Venedig ist kein funkelndes Postkartenmotiv. Es ist eher eine sanfte Stille. Ein Lichtschein in einem Café. Ein paar Lichterketten über einer Brücke. Ein Gefühl von Zeitlosigkeit, das sich über dich legt. Und gerade das macht sie fotografisch so einzigartig: die gedeckten Farben, das matte Winterlicht, das Wasser, das die Stille verstärkt. Jeder Blick wirkt wie eine Filmszene – ein bisschen düster, ein bisschen poetisch, ein bisschen wie ein Traum, der sich nicht ganz fassen lässt.
Venedig im Winter ist kein Ort. Es ist ein Gefühl. Ein stiller Atemzug zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein Raum, in dem man langsamer wird, weil die Stadt es selbst vormacht.
- Monika Schwarz

























